Archiv von gedanken.akde
Geld und Zeit
(Erschien am 20. September 2018)
Geld kann man wieder bekommen. Zeit nicht.
Wertlos
(Erschien am 6. Februar 2018)
Ein jeder Mensch ist wertlos, da er Würde hat.
Extrem
(Erschien am 14. April 2017)
In Extremen liegt (fast) nie die Wahrheit.
Post-faktisch
(Erschien am 13. April 2017)
Post-faktische Welt: Es gibt nichts absolutes, nichts wahres mehr. Alles ist Meinung, alles ist relativ.
Jeder hat recht und fühlt sich toll in seinem „safe space”. Deine Wahrheit != Meine Wahrheit => Ich bin . Alles zerfällt.
Diskussionsunfähig
(Erschien am 24. Januar 2017)
Unsere Gesellschaft ist mittlerweile überwiegend diskussionsunfähig.
Wohlstandsverteilung
(Erschien am 21. August 2016)
Wenn man Wohlstand zu ungleich verteilt, ist man irgendwann nirgendwo mehr sicher. Zu viel Ungleichheit macht eine Gesellschaft kaputt.
Wundertage
(Erschien am 18. August 2016)
Es gibt Tage, die geben einem mehr als sonst ein ganzes Jahr. Diese Tage gilt es zu suchen.
Selbstgerechtigkeit
(Erschien am 7. Januar 2016)
Selbstgerechtigkeit und falsch verstandene Toleranz hat das Potential, langfristig gefährlicher als Rassismus zu werden.
Differentation durch Integrationsüberlauf
(Erschien am 18. November 2015)
Dass manche Menschen immer weniger bereit zu differenzieren sind, hängt womöglich auch mit übertriebenem Integrieren der Gegenseite zusammen.
Starke Meinung
(Erschien am 4. November 2015)
Wer braucht schon eine wissenschaftliche Erkenntnis, wenn er längst eine starke Meinung hat?
Zerschmetternder Vogel
(Erschien am 19. Oktober 2015)
Schmetterling ist wirklich ein blödes deutsches Wort. So brutal schmettert der gar nicht, so hart sich das anhört.
Doktorwürden
(Erschien am 18. August 2015)
In Portugal/Brasilien ist die höfliche Anrede für Hochschulabsolventen “doutor” (=Doktor). — Warum promovieren, wenn man umziehen kann? *g*
Fremde Wolken
(Erschien am 30. Juli 2015)
Es gibt keine Wolken. Es gibt nur fremde Server.
Heilende Kriege
(Erschien am 5. Juli 2015)
Vielleicht brauchen wir dummen Menschen alle 2–3 Generationen einen großen Krieg, um danach wieder zu verstehen, das Egoismen uns verderben.
Gelassenes Leben
(Erschien am 4. Juli 2015)
Gelassenheit und Segen führt zu Glück auf allen Wegen.
Offenheit ohne Lebensziel
(Erschien am 10. März 2015)
Du kannst dein Leben planen, wenn du ein festes Weltbild erworben hast und dies nicht mehr aufgeben willst.
Hälst du deinen Geist offen und bist immer bereit, durch Vernunft deine Gedanken, Pläne, Gefühle und Meinungen zu ändern, gibt es keine Sicherheit, und sämtliche Lebenspläne gelten immer nur auf Vorbehalt.
Hältst du deinen Geist wach, kannst du nicht wissen, wohin er dich tragen wird.
Planungsende
(Erschien am 10. März 2015)
Hör auf zu planen. Fang an zu leben.
Ich verstehe dich. Ich verstehe, dass du das womöglich nicht verstehst. Verstehen kannst. Jetzt. Noch. Versuch es zu verstehen, solange du viel Zukunft noch gestalten kannst.
Scheitern am Scheitern
(Erschien am 7. März 2015)
Ich versuche oft zu scheitern, aber es klappt nicht immer.
Wegfindung
(Erschien am 7. März 2015)
Man kann seinen Weg nicht finden. Man muss ihn gehen.
Lebensverkleidung
(Erschien am 13. Februar 2015)
Lauter verkleidete Menschen. Wenn du dabei denkst, dass du dich am liebsten in dich selbst verkleidest, hast du’s geschafft.
Humor des Lebens
(Erschien am 9. November 2014)
Das Leben hat zweifellos Humor, aber man selbst kann nicht immer darüber lachen.
Höfliche Zurückhaltung
(Erschien am 29. Oktober 2014)
Höflich zu sein heißt in gewisser Weise auch immer, rezessiv zu sein.
Trenne die Trenner
(Erschien am 25. Oktober 2014)
Wie merkt ein Kassierer in einem Warentrennerfachgeschäft eigentlich, wann der nächste Kunde kommt?
Interesse
(Erschien am 3. Mai 2014)
Du weißt, dass dir jemand wirklich zuhört und sich für etwas interessiert, wenn er sein Smartphone dafür ignoriert.
Zeit ./. Geld
(Erschien am 24. April 2014)
Zeit ist mittlerweile oft teurer als Geld.
Programmieren
(Erschien am 6. Februar 2014)
Die Zeiten ändern sich. Früher wurde man als Außenseiter schief angeschaut, wenn man „Programmieren” konnte. Heute wird man dafür beneidet.
Bijektive Liebe
(Erschien am 29. November 2013)
Liebe sollte immer bijektiv sein. (Aber dann hieße sie Freundschaft.)
Verdienen und bekommen
(Erschien am 11. November 2013)
Verdienen tut man wirklich schon viel; man müsste es nur auch noch bekommen.
Leben nach
(Erschien am 16. Januar 2013)
Lebe immer so, wie du willst und nicht zwingend so, wie andere es von dir erwarten.
Selbstzweifel
(Erschien am 10. Januar 2013)
Man muss nur stark genug an sich zweifeln, dann wird man tatsächlich nie etwas erreichen.
Politische Korrektheit
(Erschien am 9. Januar 2013)
Politische Korrektheit ist oft auch nur ein anderes Wort für Zensur.
Meckern statt Handeln
(Erschien am 21. Dezember 2012)
Ich verspüre oft den Wunsch, Leuten, die laut über X meckern, die Verantwortung für X zu übertragen, damit endlich alles funktionieren würde
E‑Mail-Ausdrucker
(Erschien am 17. Dezember 2012)
Gibt es eigentlich auch E‑Mail-Ausdrucker, die aus Vollständigkeitsgründen auch den Spam mit ausdrucken?
Leben und Lebenslauf
(Erschien am 21. November 2012)
Niemand braucht einen Lebenslauf, wer ein Leben hat.
Googles Welt
(Erschien am 15. November 2012)
Wahrheit ist, was bei Google auf der ersten Seite steht.
Realistische Perfektion
(Erschien am 15. November 2012)
Wer immer auf Anhieb Perfektion verlangt, verkennt die Realität. Perfektion muss oft erst erwachsen.
Fundamentalisten in der Politik
(Erschien am 14. November 2012)
Fundamentalisten machen Politik sehr anstrengend und sorgen dafür, dass viele ansonsten qualifizierte keine Lust darauf haben.
Normalfall
(Erschien am 21. Juni 2012)
Es begreifen sich zu viele Menschen als Normalfall.
Gläubige Atheisten
(Erschien am 20. Juni 2012)
Manche Atheisten sind sehr wissenschaftsgläubig und glauben doch, sie würden nicht glauben.
Sie nennen es Elite
(Erschien am 17. Juni 2012)
“Eliteuniversitäten” der Weisheit täten uns besser als “Eliteuniversitäten” des Wissens.
Wissen, Arbeit, Leben
(Erschien am 14. Juni 2012)
Wissen trägt uns durch unsere Arbeit. Weisheit durch unser Leben.
Heimat
(Erschien am 14. Juni 2012)
Heimat ist, wo Freunde sind.
Normalfall
(Erschien am 13. März 2012)
Du bist nur für dich selbst der Normalfall.
Programmiererhumor
(Erschien am 1. März 2012)
Entschuldigen Sie, ich habe mich gerade verklammert.
Verkocht
(Erschien am 17. Februar 2012)
Wenn man zu lange nur in seinem eigenen Saft kocht, wird man fad.
Demokratie und Zensur
(Erschien am 11. Februar 2012)
“Nur eine Diktatur braucht Zensur.”
(Von einem Plakat auf der Stop ACTA-Demo am 11. März in Frankfurt am Main.)
Überforderung
(Erschien am 23. Januar 2012)
Leichte Überforderung lässt uns wachsen.
Reiches Land
(Erschien am 14. Januar 2012)
“Deutschland ist ein reiches Land.” — “Für wen denn?”
Bekannte Freunde
(Erschien am 13. Januar 2012)
So viele Bekannte, die manche Freunde nennen.
Zeit
(Erschien am 10. Januar 2012)
Wenn du dir nie Zeit nimmst, wirst du nie welche haben.
Backup-Lager
(Erschien am 7. Januar 2012)
Die Hostnamen “Gorleben” oder “Asse” sind für einen Backup-Server eher schlecht, da man dann nicht mehr an die Daten herankommt.
Vergleichsbasis
(Erschien am 4. Januar 2012)
Oft ist es nicht wichtig, wie gut du absolut bist, sondern wie gut du relativ zu anderen bist.
Zuhören
(Erschien am 3. Januar 2012)
Zuhören zu können, ist eine seltene Gabe. Und jedesmal wieder frage ich mich, was eigentlich so schwierig daran ist. :-/
Umarmung
(Erschien am 28. Dezember 2011)
Verstand und Gefühl sollten öfter mal miteinander reden und sich umarmen.
Weihnachtsessen
(Erschien am 25. Dezember 2011)
Ich weiß jetzt, wie die Menschen früher überleben konnten. Sie trafen sich einmal im Jahr an Weihnachten und aßen für das folgende Jahr.
Träge Masse
(Erschien am 15. Dezember 2011)
Die Masse ist träge, auch wenn die meisten Massen das nicht glauben.
Frei von anderen
(Erschien am 14. Dezember 2011)
Frei sind wir dann, wenn uns jede Person beliebig blöd angucken darf und wir trotzdem darüber stehen können.
Java-Erwartungen
(Erschien am 12. Dezember 2011)
„An unexpected error” — Welche Fehler erwartet Java eigentlich?
Frauenkomplexe
(Erschien am 9. Dezember 2011)
Der ewige Kreis: Erst Klischees schaffen und zementieren und dann Ratschläge geben, wie Frau ihnen entkommen kann.
Reflexionszeit 2
(Erschien am 8. Dezember 2011)
Würden wir nie anhalten, würden wir nie reflektieren.
Twitterkleidung
(Erschien am 6. Dezember 2011)
Die #Kleidung des Twitterers ist sein Profilbild.
Gedankenfreiheit
(Erschien am 5. Dezember 2011)
Wenn du deinen Gedanken wirklich freien Lauf lässt, kannst du nicht wissen, wohin sie dich tragen.
Beziehungspflege
(Erschien am 5. Dezember 2011)
Manche Menschen merken, dass sie keine Beziehungen pflegen können, erst dann, sobald sie wieder alleine sind.
Unterlassenes Handeln
(Erschien am 5. Dezember 2011)
Was man anderen Menschen bedeutet, erfährt man manchmal mehr durch dass, was sie nicht tun, als über das, was sie tun.
Fernsehen
(Erschien am 4. Dezember 2011)
Fernsehen ist doch auch nur noch (tendentiell) ein Medium für Ältere und die Unterschicht.
Missionierende Trolle
(Erschien am 4. Dezember 2011)
Egal in welchem Gremium oder Verein, die üblichen verdächtigen Fundamentalisten sind überall präsent und in ideologischer Mission für den Weltfrieden unterwegs.
Wo auch immer sich eine Bühne bietet, muss sie geentert werden, um allen die schockierenden eigene Meinung kund zu tun: Nazis sind doof, Umweltschutz ist wichtig, Atomkraft ist böse, … Ach. Leider haben diese Trolle besonders viel freie Zeit und sehr großes Sendungsbewusstsein.
Und ist man nicht mit mindestens der gleichen Verve dagegen, ist man offensichtlich voll dafür. Logisch.
Ideologische Bretter
(Erschien am 3. Dezember 2011)
Es ist traurig, dass viele Menschen nicht einmal über neue Konzepte nachdenken wollen und sofort in (Kommunismus-) Reflexe verfallen.
Wunschdemokratie
(Erschien am 3. Dezember 2011)
Demokratie heißt nicht, dass alle Wünsche gleichzeitig in Erfüllung gehen. Von Zeit zu Zeit muss man daran erinnern.
Medien für dohfe
(Erschien am 3. Dezember 2011)
Man bekommt wieder mal vorgeführt (auf dem 9. Bundesparteitag der Piratenpartei), wie Massenmedien so oft arbeiten: Sexismus geht immer, Inhalte sind „zu komplex”.
Selbstorganisation
(Erschien am 2. Dezember 2011)
Was im Wandel der Arbeitswelt meines Erachtens bisher kaum diskutiert wird: Die Fähigkeit zur Selbstorganisation wird für fast alle viel, viel wichtiger.
Anerkennende Kopien
(Erschien am 2. Dezember 2011)
Manche Kopien zeigen mit einem Lächeln Respekt vor einem guten Gedanken.
Ponybildung
(Erschien am 2. Dezember 2011)
Zu viel Bildung entzaubert die Welt. Für mehr Märchenzauber und springende Ponys und … äh…
Demut
(Erschien am 30. November 2011)
Eigenschaft, die sehr vielen Menschen sehr gut tun würde: Demut.
Selbstlosigkeit
(Erschien am 30. November 2011)
Manche Menschen können sich nicht vorstellen, dass andere etwas ohne Eigennutz tun könnten.
Kopfmauern
(Erschien am 30. November 2011)
Manche Menschen bauen sich ihre Mauern im Kopf selbst.
Lebenswege
(Erschien am 29. November 2011)
Je gradliniger der Lebenslauf, desto langweiliger der Mensch.
Seelenspeicher
(Erschien am 29. November 2011)
Externe Speichermöglichkeiten für Kopf und Herz wären toll. Dann könnte man Gedanken und Gefühle einfach auslagern wegschmeißen.
Von Unwissenheit zur Meinung
(Erschien am 29. November 2011)
Wenn man sich nicht wirklich mit einem Thema auskennt, steigt man halt einige Etagen nach oben und haut auf Allgemeinplätze d’rauf.
Gerüchteflüsse
(Erschien am 28. November 2011)
Informationsflüsse von Gerüchten sind unvorhersehbar.
Reflexionszeit
(Erschien am 26. November 2011)
Halte von Zeit zu Zeit dein Leben an, um es mit Abstand zu betrachten und sicher zu gehen, auf einem guten Pfad unterwegs zu sein.
Lächelnd Schweigen
(Erschien am 26. November 2011)
Gegenüber Menschen mit festbetonierten Meinungen kann ein Schweigen samt leichtem Lächeln klüger sein als Argumentieren.
Durch Mut zum Wachstum
(Erschien am 26. November 2011)
Ein Mensch kann wachsen durch (leichte) Überforderung, nicht aber durch Zurückweichen vor allen Risiken.
Das Glück der Wahl
(Erschien am 22. November 2011)
Mir ist neulich bewusst geworden, dass es ja eigentlich so viele wunderbare Menschen gibt, mit denen man völlig problemlos klar kommt und die man auch mag, dass man seine Zeit und Energie eigentlich nicht mit Menschen verbringen/verbrauchten müsste, mit denen man öfters Probleme hat.
(Das meine ich nicht völlig ernst, aber den Gedanken alleine finde ich interessant. Praktisch besteht natürlich das Problem der zu großen (räumlichen) Verteilung der entsprechenden Teilmenge. Und natürlich wäre eine Welt ohne (etwas Streit) auch nicht schön, und und und; aber egal, das hier ist gerade nichts fundiertes und daher auch nur unter Gedankensplitter eingeordnet.)
Nerds
(Erschien am 11. September 2011)
Legende: (+) steht für „meist positive Bezeichnung” und (-) für „meist negative Bezeichnung”
Wer ständig musiziert, viele Musikinstrumente besitzt, gilt als Musiker (+).
Wer ständig zeichnet oder malt, das Haus voller Zeichenwerkzeuge hat, gilt als Künstler (+).
Wer ständig etwas handwerklich herstellt, viele Möbel selbst gebaut hat, gilt als Handwerker (+).
Wer ständig etwas kocht und backt, ständig neue Rezepte entwirft, gilt als Koch (+).
Wer ständig Software schreibt, viele Online-Projekte am laufen hat, gilt als Nerd (-).
Und das wahrscheinlich nur, weil es den IT-Nerd im Gegensatz zu dem Musik‑, Kunst‑, Handwerks- und Kochnerd in der „Kindheit der heutigen Gesellschaft” noch nicht gab.
Einengende Vergangenheit
(Erschien am 28. Juli 2011)
Je älter wir werden, desto unfreier werden wir durch die in der Vergangenheit von uns getroffenen Entscheidungen.
Frauenförderung
(Erschien am 29. Mai 2011)
Übertriebene Frauenförderungquote kann dazu führen, dass Frauen in höheren Positionen von vornherein als unfähig angesehen werden, weil man zunächst davon ausgeht, dass sehr viele nicht auf Grund von Kompetenz dorthin gelangt sind.
Unglückliche Gegenwart
(Erschien am 24. Oktober 2010)
Nie darf man glücklich sein; immer nur soll man’s werden.
Wenn alles Spaß machen muss
(Erschien am 15. September 2010)
Heutzutage muss alles Spaß machen. Alle wünschen einem bei allem „Viel Spaß!” Daran sieht man, dass wir wirklich in einer Spaßgesellschaft leben.
Aber letztendlich macht dann nichts mehr Spaß. Wie auch? Wenn das ganze Leben „Spaß macht”, ist Spaß wahrlich nichts besonderes mehr.
Informationsgesellschaft
(Erschien am 11. September 2010)
Der Begriff Informationsgesellschaft ist ohne einen Taschencomputer, den man immer bei sich trägt und immer online ist, eigentlich hohl.
Energie und Entwicklung
(Erschien am 13. Mai 2009)
Je mehr Energie eine Zivilisation verbraucht, desto höher entwickelt ist sie.
(HS)
Zeitbewusste Bahnfahrer
(Erschien am 8. Februar 2009)
Würden Autofahrer wie bei der Bahn im Voraus festlegen, wann sie abfahren und ankommen wollen und diese Pläne dann mit der Realität vergleichen würden, würden wahrscheinlich nicht mehr all zu viele Autofahrer über die Unpünktlichkeit der Züge schimpfen.
Nebeneinander statt Miteinander
(Erschien am 3. Februar 2009)
Wir leben heute oft nicht mehr miteinander, sondern nur noch nebeneinander.
Auch wenn es manchmal anders aussieht.
Kluger Schein
(Erschien am 31. August 2008)
Reiche, schöne und erfolgreiche Menschen nennt man eher „klug”, obwohl es sich häufig nur um mittelmäßige Menschen handelt, die es aufgrund anderer Faktoren (Glück!) „weit gebracht haben”. Kaum würde man einen Obdachlosen als „klug” bezeichnen, einfach nur, weil er ein Obdachloser ist.
Was die Wissenschaft kann
(Erschien am 23. Mai 2008)
Was die Wissenschaft kann:
- Reproduzierbare Ereignisse beschreiben
- Formal beschreibbare Phänomene erklären
Was die Wissenschaft nicht kann:
- Einmalige / Zu selten auftretende Ereignisse beschreiben
- Phänomene beschreiben, die nicht formal oder statistisch definierbar sind
Unabhängig davon, ob sie wahr sind.
Was viele über die Wissenschaft glauben:
- Die gesamte Welt ist letztendlich – wenn auch mit unvorstellbar hoher Komplexität – rational erklärbar.
- Wissenschaft und Glaube im allgemeinen und Logik im speziellen schließen sich aus.
- Die Gesetze der Wissenschaft sind universell.
Teile und verliere 2
(Erschien am 15. Mai 2008)
Manche Menschen vergraben sich so tief in einzelne Gebiete, dass sie die Natur ihres Betrachtungsgegenstands immer mehr aus den Augen verlieren, aber meinen, man könne sie durch die exakte Analyse aller seiner Teile finden.
Gesetze der Mitte
(Erschien am 15. Mai 2008)
Der Mensch dringt immer tiefer in die Materie hinein (Nanoforschung, Quantenphysik, …). Je tiefer man geht, desto weniger gelten die uns vertrauten Gesetze. Passen unsere Gesetze (und Weltbilder) vielleicht nur auf die „mittlere” Welt? (Also weder im „ganz kleinen” noch im „ganz großen”?)
Wir werden nicht erwachsen
(Erschien am 13. Mai 2008)
Ich merke langsam, dass wir nicht erwachsen, sondern nur älter werden.
(Th.)
Gesättigte Neugier
(Erschien am 11. Mai 2008)
Die Wissenschaft kann so vieles erklären, dass bei manchen Menschen womöglich der Eindruck entstanden ist, sie könne alles erklären. Die Aufnahmefähigkeit ist schließlich begrenzt und das „Erkannte“ ist schon viel, viel mehr, als ein einzelner Mensch überhaupt überblicken kann.
Vielleicht ist auch das ein Teil der Erklärung für den festen Glauben vieler Menschen an die Wissenschaft, die Erkenntnisse von ihr verlangen, welche sie gar nicht zu leisten in der Lage ist.
Schwindender Zusammenhalt durch zu hohe Komplexität
(Erschien am 8. Mai 2008)
Über alle Wissenschaftsbereiche gesehen gibt es „zu viele” Erkenntnisse aus den unterschiedlichsten Gebieten und es werden in immer kürzerer Zeit immer mehr, als dass sie noch jemand ordnen und in ein konsistentes Weltbild einfügen könnte.
Verliert die Wissenschaft langsam ihre welterklärende Funktion, da sie irgendwann keine integrative Kraft mehr hat, ihre Erkenntnisse zu „normieren“, sondern nur noch viele „Einzelerkenntnisse” ohne Zusammenhang „produziert”?
Bewusstes Leben
(Erschien am 9. April 2008)
Glücklich seien die im Leben stehenden Menschen, die nicht zu 100% in „ihrer” Gesellschaft aufgehen, sondern sich trotz großer Eingebundenheit in der Gemeinschaft ab und zu ein Stück weit bewusst von ihr entfernen um über ihr als Vogel zu kreisen. Und sich zu wundern. Manchmal zu weinen. Und oft zu lachen.
Absolutheitsanspruch der Wirtschaftspropheten
(Erschien am 29. März 2008)
So wie die Wissenschaft aus der Sicht des Rationalismus beansprucht, die Welt vollständig erklären zu können, so beansprucht in der Gegenwart unserer (westlichen) Gesellschaft die Wirtschaft, das gesamte Leben nach ihren Methoden zu formen.
Unabhängig davon, dass, so wie die Wissenschaft bestimmte Bereiche systembedingt nicht erklären kann, auch die Gesetze der Wirtschaft nur in bestimmten Bereichen gelten. Das ist Fundamentalisten aber egal.
Freiheit contra Gleichheit
(Erschien am 28. März 2008)
In vielen Gesellschaften ist Gleichheit wichtiger als Freiheit. Warum?
Vielleicht verbirgt sich dahinter die Angst, zu versagen. Freiheit bedeutet immer auch die Freiheit, sich falsch zu entscheiden und damit scheitern zu können. Vielleicht treibt gerade diese Versagensangst Menschen dazu, es sich auf einem gleichbleibenden Niveau bequem zu machen und eigenverantwortliches Handeln zu erschweren. Nach dem Motto: Bevor einige Scheitern bleiben wir doch lieber alle gemeinsam auf niedrigem Niveau. Wie sozial.
Halbe Geister
(Erschien am 28. März 2008)
So wie viele logisch geprägte Menschen nichts mit Kunst anfangen können, so haben künstlerische Menschen oft „keinen Zugang” zur Logik.
Doch während künstlerische Menschen oft eine zu starke Vernunftsbetonung von sich aus nicht wollen, scheitern allzu logische Geister oft frustriert an dem Erkennen des Wesens von Dingen, deren eigentliche Besonderheit ein Stück in ihrer unlogischen Natur liegt, ohne dass sie dies ahnen würden.
Nur rein durch Logik kann diese Welt nicht verstanden werden.
Teile und verliere
(Erschien am 28. März 2008)
Früher lebten Menschen in kleinen Gemeinschaften zusammen. Ihre Lebenswelt und ‑wirklichkeit war überschaubar. Irgendwann kam er zu einem Punkt, an dem die Menge des Wissens und der Erfahrung so groß wurde, dass nicht mehr jeder „alles” wissen konnte.
Mit steigendem Lebensniveau haben sich Wissen und Erfahrung immer weiter unter den Menschen differenziert. Heute kann niemand mehr alles überblicken. Besonders die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Entwicklungen können kaum abgeschätzt werden. Die Welt ist „zu groß geworden”. Diese „teilweise Blindheit” könnte dem Menschen langfristig sehr schaden. Vielleicht fatal.
Zeitraum oder ‑punkt?
(Erschien am 28. März 2008)
Für viele archaische Völker vollzog sich die Zeit zyklisch. Nichts wurde bis zu einem Punkt etwas und war dann fertig; alles kam und ging ewig. Heute herrscht in den (westlich geprägten) Gesellschaften ein geschichtliches Zeitverständnis vor, nachdem Ereignisse geschehen und danach für immer abgeschlossen sind. — Aber woher wollen wir eigentlich wissen, dass wir uns nicht nur in einem sehr langen Zeitzyklus befinden?
Willensschwäche durch zu viel Freiheit?
(Erschien am 28. März 2008)
In unserer Gesellschaft sind die meisten Menschen heute so frei wie es kaum Menschen zuvor in der Geschichte waren. Ihr Leben ist nicht mehr ausschließlich durch Geburt, Geschlecht oder Herkunft bestimmt.
Doch je größer die Anzahl der Möglichkeiten wird, aus denen Menschen sich ihre Tätigkeiten und Interessen heraussuchen können, desto größer wird die Anzahl jener Möglichkeiten, die aufgrund der geringen Lebenszeit überhaupt nicht erfahren werden können.
Logik erkennt nur logisches an
(Erschien am 27. März 2008)
Methoden aus der Wissenschaft, die aus der Domäne der Logik stammen, können nicht direkt erklären, was sich der Logik entzieht. Zum Beispiel Gefühle und Glauben. Über sie kann eine auf Logik aufgebaute Wissenschaft zwar bestimmte Aussagen treffen, aber sie nicht erschöpfend beschreiben oder widerlegen.
Wissenschaftsgläubigkeit 2
(Erschien am 27. März 2008)
Je stärker die Wissenschaft fortschreitet, je stärker die „Arbeitsteilung” fortschreitet, also je mehr Wissen nicht mehr von einem Wissenschaftler selbst erkannt, sondern gelernt werden muss, desto mehr gelangt eine Form des Glaubens in die Wissenschaft.
Wissenschaftsgläubigkeit 1
(Erschien am 27. März 2008)
Heute kann die Wissenschaft so vieles erklären, dass es als „genug“ erscheinen mag; in dem Sinne, dass bei manchen Menschen der Eindruck entsteht, sie könne (langfristig) alles erklären. Die Aufnahmefähigkeit eines Menschen ist schließlich begrenzt und das „erkannte“ ist schon viel, viel mehr, als ein einzelner Mensch überhaupt überblicken kann.
Vielleicht ist das mit ein Grund für den festen Glauben an die Wissenschaft vieler Menschen, die nicht erahnen, dass die Mittel der Wissenschaft womöglich zu eingeschränkt sind, um unsere Welt als Ganzes erkennen zu können.
Wer nicht die Grenzen der Wissenschaft sieht, kann schnell zu ihrem Gläubigen werden. Und unterscheidet sich damit prinzipiell nicht von religiösen Menschen.
Unwissenheit ist ein Segen
(Erschien am 27. März 2008)
Wenn man zu viel nachdenkt und weiß, kann man sich irgendwann an dem Punkt befinden, an dem man das Leben nur noch „verlebt”; immer im Voraus schon „weiß”, warum man etwas zu genau dieser Zeit tut. Durch zu viel Wissen kann man sich dermaßen entzaubern, sodass der Reiz des Lebens schwindet, der auch in Unvorhersehbarem und in Überraschendem liegt.
Zu viel Bildung entzaubert die Welt.
Theologischer Elfenbeinturm
(Erschien am 23. März 2008)
Wem gehört die Religion? Den Kirchen, riefen Geistliche, besonders in Europa, viel Jahrhunderte lang.
Vielleicht nicht immer aus purer Selbstlosigkeit. Auch früher war Wissen schon Macht. Macht durch (nicht über) Religion konnten Menschen bekommen, indem sie den Glauben so sehr verkomplizierten, dass kein „einfacher Mensch” sie mehr alleine verstehen konnte.
Durch theologische Elfenbeintürme konnten (und können) Geistliche Macht über Menschen ausüben, mit der Religion nicht als Offenbarung, sondern als Mittel zur Macht.
Zu große Welt
(Erschien am 10. März 2008)
Der Mensch ist nicht dafür gemacht, die Welt in ihrer Gesamtheit überblicken und einschätzen zu können. Nur seine Welt. Eine kleine Welt, von Familie, Bekannten, Nachbarn, Bewohnern seines Dorfes oder — schon ganz modern — seiner kleinen Stadt. In dieser Sphäre hat er fast die gesamte Zeit seiner Existenz gelebt. Darin konnte er wenigstens grob sein Handeln und deren Konsequenzen einschätzen.
Heute kann sein Handeln Einfluss auf die Welt als ganzes haben; mit so vielen unmittelbaren und mittelbaren Auswirkungen, die er in ihren tiefen Abhängigkeiten nicht mehr überblicken kann.
Der Mensch ist Kleinkind geblieben, doch spielt nun mit Werkzeugen (und Waffen) von Erwachsenen.
Zeit als „sichtbare” Dimension
(Erschien am 22. Februar 2008)
Im zweidimensionalen Raum überblicken wir die erste und zweite Dimension gleichzeitig. Im dreidimensionalen Raum überblicken wir die ersten drei Dimensionen gleichzeitig. Wenn wir die Zeit als vierte Dimension betrachten, überblicken wir vier Dimensionen gleichzeitig. In dieser Welt leben wir.
Wenn man fünfdimensional sehen könnte, könnte man womöglich alle „niedrigeren Dimensionen” gleichzeitig sehen. Also auch einen zeitlichen Verlauf von der Vergangenheit bis zur Zukunft. Die Zeit auf einen Blick.
Nachhaltiges Handeln als Teil eines größeren Ganzen
(Erschien am 6. Februar 2008)
Sich als Teil eines Großen, Ganzen zu sehen (durch Glauben, alte Gemeinschaft, …) verleitet vielleicht eher zu geschichtlichem Denken und nachhaltigerem Handeln, da man sich selbst nur als Teil einer Kette mit langer Vergangenheit und einer langen Zukunft sieht.
Im Gegensatz zu „Gegenwartsmenschen”, die außer ihrem hiesigen Leben nichts erwarten. Und so eher langfristig schädliche Taten unternehmen. Sie erwarten ja nicht, das „von ihnen” noch etwas in der Zukunft existieren wird.
Wer hat wen an der Leine?
(Erschien am 23. Januar 2008)
Bei der Betrachtung des Wandels von Religionen über die Zeit, wie ihre Götter oder ihr Gott sich je nach gesellschaftlichen Veränderungen anpassen, scheint es mitunter so, dass die Gesellschaft die Religion beeinflusst und damit auch Gott verändert, anstatt umgekehrt.
Kann der Mensch „sich selbst” erkennen?
(Erschien am 29. Dezember 2007)
Erkenntnis über etwas kann als das tiefe Verständnis und Durchdringen verstanden werden, durch das der Mensch zu verstehen glaubt, warum etwas genau so ist wie es ist.
Doch wie soll der Mensch etwas aus seiner Welt oder gar sich selbst erkennen können, wenn er sich nur aus sich selbst heraus (das heißt, ohne einen neutralen Blick) betrachten kann? Man muss außerhalb des betrachteten Gegenstands stehen, um ihn von außen (oder aus einer höheren Sicht) heraus in seiner Gesamtheit erkennen zu können.
Doch wie soll sich dann der Mensch als Teil der Welt selbst erkennen können?